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Vertrauen in politische Akteure

Spätestens mit dem Aufstreben rechtspopulistischer Parteien in den letzten Jahren wurde sowohl in Deutschland als auch in anderen etablierten, westlichen Demokratien sichtbar, dass große Teile der Bevölkerung den regierenden politischen Akteuren misstrauen. Diese Entwicklung birgt (langfristig) die Gefahr, dass Bürger*innen der Demokratie als Staatsform ihre Unterstützung entziehen. Forschung aus Politik- und Kommunikationswissenschaften zeigen verschiedene Prädiktoren für ein niedriges Vertrauen auf (z.B. sozioökonomischer Status, Art der Medienberichte). Oftmals handelt es sich dabei jedoch um Faktoren, die sich -zumindest in kürzeren Zeiträumen- nur schwer ändern (lassen).

Aktuell beschäftigen wir uns daher in zwei Forschungssträngen mit Determinanten politischen Vertrauens, die von den politischen Akteuren selbst gestaltet werden können. Einmal betrachten wir, wie die soziale Vielfalt („Diversity“) innerhalb einer Partei das Vertrauen in diese beeinflusst (vgl. Ehrke, Bruckmüller, & Steffens, 2016). Zum anderen untersuchen wir, wie sich defensive Kommunikationsstrategien (z.B. Ablehnung von Kritik) von Politiker*innen auf das Vertrauen in diese auswirken.

Neben der Erklärung politischen Vertrauens ist es aber ebenso wichtig zu analysieren, wie das theoretisch vage Konstrukt des Vertrauens verstanden und gemessen werden kann. Hierfür stellen wir verschiedene Konzeptualisierungen von Vertrauen gegenüber und entwickeln diese weiter.

Zentrale Publikationen:

Methner, N., Bruckmüller, S., & Steffens, M.C. (2020). Can accepting criticism be an effective impression management strategy for public figures? A comparison with denials and a counterattack. Basic and Applied Social Psychology, 42(4), 254-275. http://dx.doi.org/10.1080/01973533.2020.1754824

Bruckmüller, S., & Methner, N. (2018). The “Big Two” in citizens’ perceptions of politicians. In A. E. Abele & B. Wojciszke (Eds.), Agency and communion in social psychology (pp. 154–166). London: Routledge.

Ehrke, F., Bruckmüller, S., & Steffens, M. (2016). Weniger kompetent, aber dafür wärmer? Zum Einfluss sozialer Vielfalt von Parteien auf politisches Vertrauen. Politische Psychologie, 2016-1, 28-45.